In unserem letzten Beitrag haben wir uns gemeinsam Gedanken über sicheres Corona-Tracking gemacht und wie dies aus technischer Sicht aussehen könnte. Nun gibt es Neuigkeiten in Bezug auf solch eine App.

 

Um ein solches Tracking in kürzester Zeit möglich machen zu können, haben sich Apple und Google zusammengetan und gemeinsam eine Tracing-API entwickelt, welche bereits am 28. April für Entwickler erstmals einsehbar sein soll.

Mitte Mai soll diese API dann offiziell zum produktiven Einsatz zur Verfügung stehen. Die beiden Konzerne wollen bis dahin knifflige Fragen rund um die Bluetooth-Ortung und den Datenschutz lösen.

Ein großes, bisher noch nicht geklärtes Problem ist aktuell jedoch der Einsatz von Bluetooth. Angenommen man sitzt mit seinem netten Nachbar Wand-an-Wand, welcher sich gerade offiziell in Quarantäne befindet, dann würde die App diesen Kontakt als positiv aufzeichnen – Problem!

Eine Alternative gibt es nicht wirklich. Es gibt zwar NFC, jedoch reden wir hierbei von maximal 5-10 cm Funkreichweite, was durch den Abstand von 1,5 Metern wohl nutzlos wäre.

Hier muss also noch einiges an Entwicklerleistung eingebracht werden, bevor solch eine API überhaupt Sinn macht.

 

Zentral oder dezentral

Seitdem dieses Thema kontrovers diskutiert wird, kommt immer wieder die Frage auf, ob die Kontaktverfolgung zentralisiert oder dezentral passieren soll.

Technologisch macht eine dezentrale Lösung auf jeden Fall Sinn, da somit schneller ein Netzwerk aufgebaut werden kann, als bei einer zentralen Lösung, bei der am Ende noch Schnittstellen entwickelt werden müssen, um die Daten untereinander austauschen zu können. Dies würde außerdem ein großes Sicherheitsrisiko bedeuten, da solche Schnittstellen zum Austausch schnell missbraucht werden können.

Lange konnte man sich nicht entscheiden, jedoch deutet durch die API von Apple und Google nun alles Richtung Dezentralisierung.

Wir werden uns diese API auf jeden Fall ansehen und euch anschließend über die technischen Raffinessen und Anwendungsfälle aufklären.

Somit bleibt es auch weiterhin spannend – zumindest auch technischer Sicht.